Stellungnahme des Zentralvorstandes des Schweizer Bergführerverbandes zur Petition von Mountain Wilderness
Bern, 7. Februar 2025
Am Donnerstag, 6. Februar 2025 hat Mountain Wilderness (MW) mit einer Medienmitteilung eine Petition zuhanden des SBV publik gemacht. Diese wurde unter anderem von der französischsprachigen Website von «20minutes.ch» aufgenommen. In dieser Petition – Earn your turns! – fordert MW den SBV auf, den BergführerInnen Folgendes zu empfehlen:
- Auf Heliskiing und andere touristische Flüge in den Bergen zu verzichten.
- Keine Touren anzubieten, die eine Anreise mit dem Flugzeug erfordern.
- Für Bergtouren mit dem öffentlichen Verkehr oder Carsharing anzureisen.
Als Grund nennt MW die Vorbildfunktion des Bergführerberufes im Rahmen des voranschreitenden Klimawandels.
Der SBV findet es nicht fair und nicht zielführend, dass MW die Petition ohne vorgängigen inhaltlichen Austausch mit dem SBV direkt über die Medien lanciert hat. Der SBV ist trotzdem offen für die Anregungen von MW und nimmt dazu wie folgt Stellung.
Der SBV ist als Berufsverband verpflichtet, die Interessen seiner Mitglieder zu wahren. Um diese Interessen zu kennen, hat der SBV im vergangenen Jahr eine detaillierte Mitgliederumfrage gemacht. Dabei hat sich – wenig überraschend – gezeigt, dass die Ansichten der BergführerInnen bei den Themen Heliski, Flugreisen und ÖV weit auseinandergehen. Als Verband mit einer starken basisdemokratischen Struktur hat der SBV diese kontroversen Punkte in seiner Strategie 2025-2029 in einen Kompromiss gegossen, der von den Mitgliedern an der Delegiertenversammlung 2024 gutgeheissen wurde. An die in dieser Strategie festgelegten Positionen ist der Zentralvorstand nun gebunden.
Beim Heliskiing (1) bedeutet dies, dass der SBV keine Empfehlung an seine Mitglieder abgeben wird. Die Strategie sieht diesbezüglich vor: «Wir anerkennen, dass Heliskiing für einen Teil der Mitglieder wichtig ist. Wir möchten keine Ausweitung, setzen uns aber für die Erhaltung der aktuellen Gebirgslandeplätze ein.» (Ziff. 8.5 der Strategie).
Bei den Flugreisen (2) und bei der Anreise (3) geht die Petition ins Leere. Diesbezüglich sieht die Strategie nämlich vor: «Bei der Ausübung unserer Bergberufe – insbesondere bei der An- und Heimreise – tragen wir zum Klimawandel und zur Belastung der Umwelt bei. Wir engagieren uns deshalb für einen klimafreundlichen, naturnahen Bergsport. Wir zeigen Möglichkeiten auf, wie sich der ökologische Fussabdruck verringern lässt und wir unterstützen Massnahmen im Zusammenhang mit dem Problem der „Last Mile“ (Ziff. 8.2). Auch in seinem Leitbild setzt sich der SBV das Ziel, dass seine Mitglieder so umweltschonend wie möglich die Berufsaktivitäten ausführen. Die Umfrage 2024 weist denn auch einen verstärkten Gebrauch des ÖV durch die Mitglieder für ihre Arbeitstätigkeit aus. Der SBV wird auch künftig der Sensibilisierung und Bildung proaktiv gegenüberstehen, zumal die Ausübung der Berufstätigkeit bisweilen stark vom Klimawandel beeinträchtigt wird. Er arbeitet im Rahmen der Weiterbildung seiner Mitglieder verstärkt in diese Richtung.
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