Hitzesommer verändert die Verhältnisse im Hochgebirge
SAC-CAS, 21.07.2026

Abstieg Weissmiess, © Stefan Hatt
Die anhaltende Hitze verändert die Verhältnisse im Hochgebirge. Während einige Touren sehr gute Bedingungen bieten, sind andere aussergewöhnlich anspruchsvoll.
Der schneearme Winter, das sehr warme Frühjahr und die wiederholten Hitzeperioden seit Sommerbeginn haben die Bedingungen im Hochgebirge verändert. Viele Gletscher sind bereits stark ausgeapert: Die schützende Schneeschicht ist geschmolzen und das blanke Eis liegt frei. Dadurch können klassische Hochtouren schwieriger sein als in den vergangenen Jahren. Spaltenzonen liegen offen da und grosse Bergschründe tun sich auf. Dies verändert manche Zustiege und macht es stellenweise schwierig, die richtige Route zu wählen. Einzelne Anstiege sind deshalb zurzeit nicht empfehlenswert.
Auch der auftauende Permafrost wirkt sich auf die Verhältnisse aus. In einigen Gebieten nimmt die Steinschlaggefahr zu, und einzelne Geländeabschnitte können instabil werden.
Marcel Kraaz, Bergführer und Ressortleiter Breitensport beim SAC, rät allen, die in den Bergen unterwegs sind, ihre Touren sorgfältig vorzubereiten: «Dazu gehört es, besonders gründlich Informationen über die aktuellen Verhältnisse einzuholen».
Der SAC informiert in seinem Tourenportal über bekannte Gefahrenstellen und aussergewöhnliche Verhältnisse. Aktuelle Zustandsmeldungen und Tourenberichte helfen zusätzlich dabei, die Situation vor Ort einzuschätzen.
Empfehlungen:
- Vor jeder Tour sollte man sich über die aktuellen Verhältnisse informieren. Neben dem SAC-Tourenportal bieten Plattformen wie gipfelbuch.ch, hikr.org oder camptocamp.org wertvolle Informationen. Auch Hüttenwartinnen und Hüttenwarte sowie lokale Bergführerbüros können Auskunft geben.
- Die Tourenplanung sollte anhand der aktuellen Bedingungen erfolgen. Schwierigkeiten und Routenführungen können von Tourenbeschreibungen oder Erfahrungen aus früheren Jahren abweichen.
- In Mixed-Gelände mit Fels, Eis, Firn und Schnee muss vermehrt mit Stein- und Eisschlag gerechnet werden. Auch klassische Gletscheranstiege können durch offene Spaltenzonen oder Bergschründe deutlich anspruchsvoller sein.
- Vor der Tour gilt es, alternative Ziele oder Routen zu prüfen. Je nach Verhältnissen bieten Gratanstiege oder reine Felsklettertouren günstigere Bedingungen.
- Regelmässige Aus- und Weiterbildungen helfen dabei, die eigenen Fähigkeiten und das Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten.
- Wer wenig Erfahrung im Hochgebirge hat, soll Touren mit einer Bergführerin, einem Bergführer oder im Rahmen einer SAC-Sektionstour unternehmen.
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